NEV Bambini – Lehrstück in Regelkunde oder: eine andere Definition von „Heimvorteil“???  
Am vergangenen Samstag, den 09.04.2016, nahmen einige Bambinis des Neusser EV an einem Turnier im belgischen Turnhout teil. Wie schon im letzten Jahr war es für unsere kleinen Löwen erneut eine tolle Gelegenheit, auch einmal gegen Mannschaften aus den Nachbarländern Belgien und Niederlande spielen zu können und ein schöner „Saisonabschluss on ice“ für unsere Mannschaft.


Insgesamt standen an diesem Tag fünf Spiele auf dem Programm – vier davon in der Vorrunde und ein Platzierungsspiel. Doch vor allem ging es darum, noch einmal Spaß auf dem Eis zu haben, bevor es in die wohlverdiente Pause und danach ins Sommertraining geht.

Im 1. Spiel des Tages traf unsere Mannschaft (aus drei aus der A- und B-Mannschaft bestehenden Blöcken) gleich auf den Gastgeber: die Turnhout Tigers. Gewarnt aus den Erfahrungen der letzten Saison wussten einige Spieler bereits, dass die Regelungen bezüglich Körpereinsatz in der Altersklasse in den Benelux-Ländern – sagen wir – etwas großzügiger gehandhabt wurden als beim LEV NRW. Dennoch blieben unsere Löwen hinter den Möglichkeiten zurück. Das Halten von Positionen fiel genauso schwer wie das Tore schießen (oder auch das auf’s Tor schießen). So blieb es bei einem mageren 1:0 aus Neusser Sicht, was zwar bei den gegebenen Chancen höher hätte ausfallen können, für die Leistung dennoch eher geschmeichelt war.

Auch im 2. Spiel konnten unsere Löwen nicht ihre gewohnt starke Teamleistung abrufen. Erneut taten sich Schwächen im Spielaufbau und auch im Abschluss auf, welches unser Gegner, die Zoetermeer Panters mit drei Toren bestraften. Die Neusser gingen in diesem Spiel gegen einen starken Gegner leer aus.

Im dritten Spiel des Tages traten unsere kleinen Löwen gegen Coldplay an. In diesem Spiel zeigte sich endlich etwas von dem Kampf- und Teamgeist der letzten Wochen und Monate und die bleierne Müdigkeit schien aus den Beinen gewichen zu sein. Schade, dass am Ende das Glück nicht ganz auf unserer Seite war und die Spieler sich mit einem 0:0 begnügen mussten.

Das letzte Spiel der Vorrunde bestritten unsere Löwen gegen die Dordrecht Lions. Erneut zeigten unsere Schützlinge ein deutlich verbessertes Spiel, doch wiederum wurde die inzwischen ansehnliche Leistung nicht durch einen Torerfolg gekrönt. Das gegnerische Tor war wie vernagelt und so musste man sich einmal mehr mit einem 0:0 zufrieden geben.

Durch den 1:0 Sieg und die beiden 0:0 Unentschieden qualifizierten sich unsere Neusser Nachwuchsspieler immerhin für das Spiel um Platz 5; Gegner war hierbei Olympia Heist. Zu sehen bekamen die Zuschauer ein Spiel, was noch mehr durch die abenteuerliche Regelauslegung der Verantwortlichen „beeindruckte“ als durch die blitzsaubere, fantastische Leistung der Neusser Spieler. Diese waren nämlich endlich aufgewacht und kämpften sich beinahe wie in besten Zeiten durch schönes Kombinationsspiel zum 1:0. 1:0??? Denkste! Denn anders als üblich entschied das Streifenhörnchen… äh, der Schiedsrichter, dass der sonst durch Spielunterbrechung (Schiedsrichter pfeift) vollzogene Blockwechsel nun plötzlich durch Spielunterbrechung durch „Scheibe aus dem Netz holen“ stattfinden sollte. Das damit verbundene Tor wurde aber aus unverständlichen Gründen nicht gewertet. Nun gut, wie heißt’s so schön: Tor ist erst, wenn’s Zebra wiehert. Unsere Kleinen ließen sich davon kaum beeindrucken, sondern spielten weiter munter drauflos. Wenige Minuten später kombinierten sie sich erneut schön vor das gegnerische Tor und brachten den Puck im Netz unter. Dem Jubel auf dem Eis folgte ein zunächst zaghafter, später lautstarker Jubel auf der Tribüne, nachdem der Schiri dann auch tatsächlich mit gewohnter Geste das erwartete Resultat anzeigte: Tor für Neuss!
Mit zunehmender Spieldauer wurde das Spiel der gegnerischen Mannschaft immer forscher, was jedoch nicht nur der Puck, sondern leider vor allem auch unsere Löwen zu spüren bekamen. Gott sei Dank erbarmte sich irgendwann der Schiri und pfiff Foul gegen die Olympioniken. Nicht wenig erstaunt nahmen die Zuschauer zur Kenntnis, was sich dann ereignete…
Während der eine auf der Tribüne noch erstaunt auf die Uhr starrte, die entgegen jeder vorheriger Vorgehensweise bei diesem Foul angehalten wurde (ein Umstand, der zwar regelkonform, an diesem Tag aber nicht üblich war und später noch sehr entscheidend werden sollte), konnte der andere Zuschauer, der seine Konzentration schon wieder dem Geschehen auf dem Eis widmete, umso erstaunter feststellen, dass zwar der foulende Spieler von Olympia Heist das Spielfeld verließ, jedoch sogleich ein anderer das Spielfeld wieder betrat. Auf entsprechende zunächst höfliche, dann zunehmend deutliche Hinweise von Trainerbank und Tribüne reagierte der Schiedsrichter nicht. Das Spiel ging weiter – nur nicht die Uhr. Nachdem bis dahin Spielunterbrechungen ja ohnehin nicht zu zeitlichen Unterbrechungen geführt hatten, fiel dem Zeitnehmer erst nach geschlagenen 10 weiteren Sekunden auf, dass er diese ja jetzt doch mal angehalten hatte und wieder starten musste. In all dem Wirrwarr wendete sich Fortuna zu allem Überfluss doch tatsächlich noch gegen den Neusser EV und ließ zu, dass regelwidrig vollzählig spielende Olympia Heists mit der Schlusssirene die Scheibe an unserer bis dahin glänzend parierenden Torhüterin vorbeimogelten (das letzte Wort darf gerne doppeldeutig gelesen werden). Alle Proteste unseres Trainergespanns halfen nichts: das Ergebnis der regulären Spielzeit wurde auf 1:1 festgesetzt und damit ging’s ins Penaltyschießen.
Wie auch schon im vorangegangenen Spiel um Platz 7 machten sich gemäß den Turnierregeln drei Spieler jeder Mannschaft auf, um letztendlich den Sieger zu ermitteln. Zunächst lief der erste Schütze des Neusser EV an und… verschoss knapp. Olmypia Heist hingegen konnte seinen ersten Versuch verwerten. Also hieß es auf der Tribüne: Daumen drücken für den 2. Versuch der Löwen. Doch da hätten die verblüfften Zuschauer auch heute noch stehen können zum Drücken. Denn wer gedacht hatte, die beiden weiteren Versuche würden auch noch ausgetragen, der musste fassungslos mit ansehen, wie das Spiel von den Offiziellen für beendet und Olympia Heist nach nur jeweils einem ausgetragenen Penalty zum Sieger der Partie erklärt wurde.

Tja, das war Regelkunde der besonderen Art und hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Da bekommt „Heimvorteil“ (Benelux) doch eine völlig neue Bedeutung!

Doch bei allem Lamentieren und aller Fassungslosigkeit ob der abenteuerlichen Regelauslegungen... am Ende gab es viel wichtigere Fazits zu ziehen:

1. Unsere Torfrau, die in dieser Saison schon mehrfach ein hervorragender Rückhalt in der Mannschaft war, hat auch in diesem Turnier trotz teils durchwachsener Teamleistung und fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen eine äußerst gute Leistung gezeigt!

2. Neben der kollektiven Bleischwere in den Beinen hatten die Feldspieler sicher auch damit zu kämpfen, in dieser Konstellation in der abgelaufenen Saison nie gespielt zu haben. Im Turnierverlauf haben sie sich jedoch immer besser aufeinander eingestellt und nach ein wenig Eingewöhnung durchaus tolles Eishockey gespielt und den gewohnten Kampf- und Teamgeist der Neusser Löwen gezeigt.

3. Am meisten beeindruckt hat jedoch die Tatsache, dass unsere kleinen Löwen bei allen Widrigkeiten die Siegerehrung nicht platzen lassen wollten und sich als faire – wenn nicht fairste - Mannschaft in diesem Turnier präsentiert hat. Chapeau! Nach diesem Tag sind wir alle besonders stolz, Neusser zu sein!

Gut gebrüllt, kleine Löwen!



  erstellt  MairoseI  am  11 Apr : 02:04  



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